Kind-mit-Süßigkeiten

Bei confidimus sprechen wir oft von Körperintelligenz. Woran erkennen wir, ob unsere Kinder intuitiv essen? Und wann spüren wir selbst unsere Körperintelligenz? Wir haben einige Aha-Momente aus unseren Familien für euch zusammengestellt.

Unsere Somatische Intelligenz ist eine unglaublich faszinierende Gabe: Unser Körper zeigt uns anhand von minimalen Signalen an, welche Nahrung die passende für uns ist. Und das ist von Mensch zu Mensch völlig verschieden. Während einige von uns beispielsweise gerne und mit Genuss Rosenkohl essen, empfinden andere dem grünen Gemüse gegenüber eine tiefe Abneigung. Sie erkennen oft schon am Geruch: Das mag ich nicht! Der Körper signalisiert: Lass lieber die Finger davon!

Doch leider ist unsere Ernährungsgesellschaft extrem verstandsorientiert: Wir essen nicht mehr das, was uns schmeckt und guttut. Sondern wir folgen Ernährungsempfehlungen und -trends, die uns manchmal sogar krank machen können. Dabei ist in unserem Körper alles veranlagt, was wir brauchen, damit wir uns individuell „gesund“ ernähren. Und das Spannende ist: Beim Thema intuitive Ernährung können die Großen von den Kleinen sehr viel lernen!

Tomatensauce? Wird konsequent abgelehnt – zum Glück!

Paul (4) lehnt seit jeher die in unserer Familie beliebte Thermomix-Tomatensauce ab. Manchmal ärgerte es mich, dass er sich so konsequent und unermüdlich weigerte, auch nur einen kleinen Löffel zu probieren. Es war erstaunlich: Schon der Geruch löste in ihm eine Abneigung aus. Aber okay, es landeten also nur Nudeln oder Kartoffeln auf seinem Teller. Erst einige Monate später verstand ich, warum die Tomatensauce so vehement verschmäht wurde. Wir waren auf einem Stadtfest unterwegs und aßen gemeinsam einen Flammkuchen mit Schinken und Zwiebeln. Paul biss unbedacht hinein, es blieb aber bei einem Probier-Stück („Mehr möchte ich nicht, Mama“). Auf dem Rückweg klagte er bereits im Auto über Bauchschmerzen, diese hielten ziemlich lange an und verschlimmerten sich. Mir wurde klar, dass auf dem Flammkuchen Zwiebeln waren – genau wie in der Tomatensauce. Offensichtlich verträgt Paul keine Zwiebeln…und das erkennt sein Körper schon am Geruch. Zum Glück!

Der Körper fordert das, was er braucht

Skikurs, anstrengende Tage: Vincent, 6 Jahre alt, möchte zum Frühstück Apfeltasche mit Chips essen. Er garniert die Apfeltasche fein säuberlich mit je einem Chip pro Viertel und isst dann die Hälfte davon genüsslich. Vielleicht hat er gerade die Kombination aus süß=Energie und salzig (er hatte natürlich geschwitzt) gebraucht…

Unser Appetit sorgt dafür, dass wir rundum gut versorgt sind

Ich schlage Paul vor, das Abendessen zu McDonald’s zu verlagern – und erwarte eine überschwänglich-freudige Reaktion. Stattdessen: „Nee, Mama, da habe ich heute gar keine Lust drauf.“ Wir haben dann ein Schwarzbrot mit Käse, Gurke und Tomate gegessen…

Die richtige Kalorienmenge? Bestimmt der Körper selbst

Kürzlich aßen wir Großen zum Abendessen ein unglaublich leckeres Nudelgericht. Und ja, zugegeben: Es war wirklich köstlich! Ich aß deutlich über meine (angenehme) Sättigung hinaus. Und ja, ich fühlte mich danach etwas träge. Aber am nächsten Tag meldete sich erst am Nachmittag wieder der Hunger. Sprich: Mein Körper hat auf natürliche Weise dafür gesorgt, dass ich nicht mehr Kalorien zu mir nehme, als ich tatsächlich brauche.

Hauptsache, es schmeckt!

Vincent bekommt Süßigkeiten geschenkt, die er bisher noch nicht kannte. Neugierig und mit Vorfreude beißt er hinein. Fast im gleichen Moment verzieht er das Gesicht und ruft: „Bäh, ich brauche jetzt ne Gurke!“ Wenn wir sehr gut im Einklang mit unseren Körpersignalen stehen, spüren wir manchmal bereits schon an minimalen Empfindungen an der Mundschleimhaut, ob uns ein Lebensmittel gut bekommt oder nicht. Natürlich spielt auch der Geschmack eine wichtige Rolle. Wir Menschen haben eine genetische Präferenz für Süßes, ja. Und das hat auch einen wichtigen, evolutions-biologischen Grund: Denn es gibt kein einziges Lebensmittel auf der Welt, das süß schmeckt und gleichzeitig giftig ist. Probieren wir also ein neues Lebensmittel und wir schmecken „süß“, dann wissen wir intuitiv: Dieses Lebensmittel wird mir körperlich nicht schaden. Mein Leben ist nicht in Gefahr.

Tomate bei Schnupfen

Paul kämpft mit einem fiesen Schnupfen. Wir machen es uns auf dem Sofa gemütlich. Plötzlich ruft er: „Ich brauche jetzt Tomaten!“ Später am Abend recherchierte ich die Inhaltsstoffe von Tomaten – und tatsächlich: Sie enthalten viel Vitam C! Kluger Körper! Er macht gezielt Appetit, um sein (angeschlagenes) Immunsystem zu stärken.